Erbarmt euch derer, die zweifeln.
Monatsspruch November Judas 22

 

Liebe Gemeinde!

 

Der November ist ein dunkler und trüber Monat. Leicht kommen uns entsprechende Gedanken. Davon kann uns die selbstkritische Beschäftigung mit Vergangenheit und Gegenwart abbringen, wenn wir uns wie in der Friedensdekade auch mit der Zukunft beschäftigen. Themen wie „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ sind aktuell seit vielen Jahren und bieten Gelegenheit, sich zu informieren und zu engagieren. Raus aus dem Grübeln und Klagen und mit anderen zusammen etwas tun, das tut gut gegen Herbstdepressionen.

 

Im Judasbrief Vers 22 geht es anders als die Übersetzung erwarten lässt, nicht um Barmherzigkeit gegenüber Zweiflern an der Wahrheit des Evangeliums. Judas, der Knecht Christi, wie er sich nennt, hat mit seinem Brief den Kampf mit Leuten aufgenommen, die mit ihrem übermütigen und ausschweifen Leben die Gebote und Normen Jesu ablehnen. Sodom und Gomorrha herrschen in der Gemeinde und so warnt Judas vor dem Gericht Gottes. In dieser Situation ist Streit in der Gemeinde etwas Positives. Mitgefühl haben soll man mit denen, die den Mut haben, die Missstände zur Sprache zu bringen. Seine Feinde sieht er schon im Feuer des göttlichen Gerichts und ruft dazu auf, sie aus diesem Feuer zu retten. Nicht der Untergang seiner Gegner ist also das Ziel, sondern ihre Rettung.

 

Erbarmen soll man mit ihnen haben, aber so, dass man jede Berührung mit Gegenständen hasst, die in Beziehung zu diesem sündigen und ausschweifenden Leben stehen. Judas, der „Knecht des Herrn“ zieht in seinem kurzen Brief sämtliche Register, die ihm zur Verfügung stehen. Er zitiert nicht nur biblische Bücher, sondern auch Schriften, die zweifelhafte Lehren und Mythen enthalten und deshalb später nicht als heilig anerkannt wurden. Doch diese drei Ermahnungen der Verse 22 und 23 seines Briefes, wie auch seine Betonung von Barmherzigkeit und Liebe können uns auch heute noch stärken. Wir sollen nicht um des lieben Friedens willen dem Streit ausweichen, sondern barmherzig mit unseren Gegnern umgehen, um Gottes Liebe allen Menschen gegenüber zu bezeugen.

 

Ihre Pastorin Dr. Katharina Dang

 

 

 

 

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