"Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen."

 Sprüche 31, 8

Monatsspruch Mai 2013


Dies sind Worte einer Mutter an ihren Sohn, den König.
„Gib nicht deine Kraft den Frauen preis; verdirb deinen Wandel nicht bei Königsgelagen.“ Einem Könige zieme es nicht, Wein zu trinken. Er könnte dabei das Gesetz vergessen und die Rechtssache des Elenden verdrehen. So ermahnt seine Mutter ihn: “Öffne deinen Mund für die Witwe; schaffe Recht allen verwaisten Kindern.“ Nur Männer konnten damals vor Gericht auftreten. Frauen und Kinder brauchten jemanden, der sich ihrer annahm. Diese Rolle soll der höchste Richter im Land, der König, übernehmen. Er hat Gerechtigkeit zu garantieren auch für die, die selbst nicht für sich kämpfen können.

Vertreter des Staates verstehen sich auch heute noch so.
Das wurde mir deutlich, als wir 2004/05 Foren veranstalteten zum Thema „zu Hause sterben“ und u.a. Polizeivertreter und Gerichtsmediziner sich dazu äußerten. Die Schwächsten in der Gesellschaft sind Kinder und alte Menschen. Darum wird damit gerechnet, dass sie besonders leicht Opfer von Gewalt werden können. Deshalb wird ein Todesfall sehr genau untersucht. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig, ist die Devise.

Zum Schutz der Schwachen ist der Staat da.
Die Starken aber müssen in Schranken gehalten werden.
Für beides wird ein starker und seine Aufgabe ernst nehmender Staat gebraucht – und Mütter, die ihren Söhnen und Töchtern ans Herz legen, worauf es im Leben ankommt: Nicht darauf, Karriere zu machen, große Feste zu feiern, tollen Sex zu haben und das schönste Essen auf dem Tisch zu sehen, sondern darauf zu achten, dass jeder leben kann und genug zum Leben hat, auch die Schwächsten unter uns.


Pastorin Katharina Dang

 


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