Andacht über den Monatsspruch für November 2011
aus dem Prophetenbuch Nahum 1,7

aus unserem Gemeindeblatt für die Monate
Oktober 2011 - Januar 2012



"Gut ist der Herr, eine feste Burg am Tag der Not.
Er kennt alle, die Schutz suchen bei ihm."



„Ein feste Burg ist unser Gott“, - an dieses kraftvolle Lied Martin Luthers denkt man doch zuerst, wenn man diese Verse liest und an die Schlosskirche in Wittenberg, die mit dieser Liedzeile geziert ist.

Zwei gegensätzliche Bilder verbinde ich mit Burgen. Sie standen früher für Beständigkeit, für Sicherheit und Schutz vor Gefahren. Die Menschen fanden in ihnen Zuflucht. Denn die Burgen galten als uneinnehmbar. Andererseits wurden die Burgen als ein enges, machtvolles Gefängnis erlebt, und es ging auch Gefahr von ihnen aus.

Heute machen Burgen als Museen mit Mittelaltermarkt und sonstigem auf sich aufmerksam. Die bergenden Schutzorte und Zufluchtsstätten für Zeiten in Not sind andere: Kirchenasyl, Frauenhäuser; Jugendnotdienste ...

Bedrohliche Burgen sind heute Gefängnisse, Kasernen, u.a. ...

Ein Prophet des 7. Jahrhunderts v. Chr., ein echter Nahum (= hebr. Tröster) macht seinem Namen alle Ehre. Er tröstet das Volk und verkündigt Gottes Worte: „Ninive - die Hauptstadt Assyriens - wird untergehen und ihr werdet befreit werden“. Im Jahr 612 v. Chr. fällt die Stadt - wie angekündigt - ihren Gegnern in die Hände. Dabei ging es Nahum bei seiner Verkündigung, kurz vor dem Fall der Stadt, nicht um Hass gegen andere Völker. Er stellt fest, dass das Volk Gottes bedrückt und in Not ist: „Ihr werdet gerettet aus eurer Not ...“ Wenn Nahum für Gott das Bild einer Burg gebraucht, dann hat er die vor Gefahr schützende, Sicherheit und Geborgenheit bietende Burg vor Augen, eine Burg, die Ängste wegnimmt, eine Burg, die Freiheit schenkt.

Auch unsere Kirchengemeinde – das Gemeindezentrum als Gebäude, und die Menschen, die dort aktiv sind - kann ein solcher schützender, befreiender Ort sein. Wir sind offen für Einzelne, für Gruppen, für Religionsgemeinschaften, die bei uns Untermieter sind.

Besonders sind wir den Kindern gegenüber offen; wir möchten gerne unsere Türen öffnen und Räume bieten. Ihre Kinder dürfen kommen und hier verweilen, Angebote wahrnehmen, sich in Gemeinschaft und spielerisch über das Christentum informieren. Sie können in und mit der Gemeinde leben und an der Gemeinde mitbauen. „Komm und bau' mit an Deiner Kirche“, so heißt das Projekt, welches am 30. Oktober im Gottesdienst zur Tauferinnerung eröffnet worden ist und bis zum Ende des Schuljahres 11/12 laufen wird. Es wird Angebote geben, die für das eine oder andere Kind attraktiv sein werden. Und wer weiß: Vielleicht werden Ihre Kinder, die sich eingeladen fühlen und manch ein Angebot wahrnehmen, einst sagen:

„Für mich war damals meine Kirchengemeinde eine feste Burg. Und es war eine gute Burg.“

Mit Segenswünschen

Ihre Swetlana Bossauer,
Ordinierte Gemeindepädagogin im Entsendungsdienst