Andacht zum Monatsspruch für Dezember 2010

aus unserem Gemeindeblatt für die Monate
November 2010 bis Januar 2011

Liebe Gemeinde!
Während meiner Ausbildung und bis heute höre ich immer wieder:
"Die kirchliche Sprache versteht heutzutage kein Mensch mehr. Man sollte etwas sprachfähiger werden, damit jeder Mensch die Frohe Botschaft versteht."

Wenn Johannes der Täufer zur Buße aufruft, dann sagt er bei Matthäus zu den Menschen: "Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe." (Matthäus 3,2)
Und Menschen kommen zu ihm, um sich taufen zu lassen - sogar die Pharisäer und Sadduzäer, die Vertreter der zu der Zeit führenden religiösen Gruppen des Judentums. Sie kehren um, weil sie verstehen, was gemeint ist.

Umkehren – was heißt das eigentlich heute für uns?

Heißt es: Ich soll mich ändern?

Ich denke, es heißt: sich Zeit nehmen fürs Nachdenken über meine Beziehung zu Gott und zu den Menschen um mich herum. Sonst kann das Weitermachen in den Untergang führen.
Das war auch Anliegen des Johannes, dass die Menschen nachdenken, Buße tun, einen neuen Weg einschlagen - mit Gott, in und mit seinem Himmelreich.
Und das Himmelreich? Jesus ist derjenige, der das Himmelreich Gottes zu uns gebracht hat und bringen wird.
Vor Kurzem habe ich eine neue - modernere Übersetzung der Bibel für mich entdeckt - in der Jugendsprache formuliert. "Volx Bibel" - so heißt sie.
An manchen Stellen nun ganz „krass“ und in der heutigen Jugendsprache geschrieben, an anderen hätte ich mir für solch eine Übersetzung noch mehr gewünscht.
Lebt nicht weiter so wie bisher! Rennt nicht in euren Untergang. Schlagt einen neuen Weg ein, denn jetzt geht’s ab! Gott wird bald das Sagen haben!
So lautet nun unser Monatsspruch aus dieser Übersetzung - wenn das nicht verständlich ist!

Liebe Gemeinde!
Jetzt kommt die dunkle Herbstzeit - das Ende des Kirchenjahres - auf uns zu. Es ist genau die Zeit, in der wir uns Gedanken über den bisherigen Weg machen dürfen: den persönlichen, familiären oder beruflichen, oder den des Landes, in dem wir leben oder gar den der Welt. Und über Gott, der in der Welt und bei uns ist, der von uns fordert, dass wir uns ändern, der uns diese Gabe der Veränderung auch schenkt und der uns unsere immer wieder neu eingeschlagenen Wege gestattet.
All das macht er uns sichtbar, indem er uns seinen Sohn schenkt. Die Kinder und Jugendlichen werden es auch in diesem Jahr durch ihr Krippenspiel zeigen.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Nachdenkzeit
und dann auch Frohe Weihnachten!

Ihre Swetlana Bossauer,
Ordinierte Gemeindepädagogin im Entsendungsdienst