Gott spricht: Ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf. 
Erkennt  ihr es denn nicht?!“   Jes.43,19 

Diese Prophetie macht Mut für das Morgen, für Kommendes, gerade zu Beginn eines neuen Jahres. Es sind kraftvolle, lebendige Worte, die der Prophet Jesaja hier in Gottes Auftrag zum Volk Israel gesprochen hat, vor mehr als 2500 Jahren. Doch die Israeliten, die sie seinerzeit hörten, haben vielleicht nur gedacht: Gott will ein Neues schaffen?! Ja, wo denn? Wann denn?”. Denn es war bereits siebzig Jahre her, dass Ihre Heimat von den Babyloniern zerstört worden war, und sie selbst ins Exil deportiert kamen. Nicht alle hofften nach so langer Zeit noch ernsthaft auf eine Rückkehr, auf den Wiederaufbau, vor allem auch der heiligen Stadt Jerusalems, des Tempels. Nein, das Eingreifen Gottes für einen Neuanfang in der Heimat schien inzwischen kaum noch vorstellbar: „Siehe, ich will ein Neues schaffen. Erkennt ihr es denn nicht?”. Nach diesem Gotteswort Jesajas geschah wenig später Folgendes: Die Babylonier verloren die Vorherrschaft und die Perser kamen an die Macht. Deren König Kyros erlaubte dem Volk Gottes tatsächlich, heimzukehren. Damit erlebte Israel einmal mehr ein Wunder. Und sie erkannten einmal mehr, dass Gott sie nie aus dem Blick verloren hatte, dass seine Treue und Liebe nie vergeht. Und Gottes Hilfe gab den Israeliten die Kraft, sich auf dem Heimweg zu machen und Jerusalem und das ganze Land mit vereinten Kräften wieder aufzubauen. „Siehe, ich will ein Neues schaffen“. Diese alte Verheißung Gottes gilt auch noch unserer Zeit heute. Gott will Freiheit statt Gefangenschaft schaffen, Aufbau statt Zerstörung, Miteinander statt Gegeneinander, Heimat statt Flucht – für alle Völker in der Welt. Und auch im Hause Gottes will er immer wieder Neues schaffen. Denn er ist derselbe große Gott wie vor 2500 Jahren. Doch inwieweit erkennen wir Christen, z.B. hier in Marzahn, Gottes Handeln? Und inwieweit kann die Welt an uns dieses Neue Gottes erkennen? Das Neue, das jetzt aufwächst, das Göttliche im Irdischen, Gott und Mensch im Miteinander zu Guten für diese Welt?  Gibt es deutliche Zeichen? Ich denke JA. Das größte Zeichen für dies Neue ist für mich der Fall der Berliner Mauer, ohne den ich übrigens heute gar nicht Pfarrerin in Marzahn sein könnte. Es gibt immer wieder erfolgreiche Aufbrüche von engagierten Menschen, die Freiheit und Gerechtigkeit zum Ziel führen. Und das ohne eine einzige Waffe, ohne Blutvergießen. Das sind Zeichen des Neuen Gottes, die auch uns Mut machen wollen, die Hoffnung auf unseren Gott nie aufzugeben. Und die Kraft geben, uns mit ihm zusammen für dieses Neue einzusetzen. Gerade jetzt, wo unsere Gemeinde ebenfalls einen Neuanfang erlebt. Was kann jeder und jede Einzelne auf jeden Fall tun?

Etwas, dessen Macht so oft unterschätzt wird; das in manchen Ohren banal klingt; das aber so viel bewirken kann; und das ist beten. Das ist zu jeder Zeit und an jedem Ort möglich! Allein oder in einer Gruppe! Dazu möchte ich uns alle für das Jahr 2019 einladen: Lasst uns mehr als bisher vor das Angesicht Gottes treten! Und lasst uns ihm danken für das Neue, das bereits aufwächst!

Ihre Pfarrerin Ute Pfeiffer


 

Jahreslosung 2019

 

Suche Frieden und jage ihm nach!

Psalm 34,15

 

Über der Haupteingangstür unseres Kirchraums ist ein Fenster, das auf unserem Titelblatt zu sehen ist. Normalerweise beachten wir es nicht. Es ist eins der vielen Fenster in unserem Gemeindezentrum. Aber in einer ruhigen Stunde fiel mir auf, dass ich durch dieses Fenster etwas sehe, was da gar nicht ist. Das gegenüberliegende Fenster, das den Blick auf unseren Glockenturm freigibt, spiegelt sich darin. Immer wieder musste ich nachsehen, welche Holzdeckentäfelung und welche Lampen ich denn sehe, die vom Kirchraum oder die vom Foyer?

Ich schaue in eine Richtung und sehe das, was hinter mir liegt. Beim Spiegel sind wir es gewöhnt und wissen auch, dass das, was wir sehen, seitenverkehrt ist. Aber doch vergessen wir es leicht und wenn wir versuchen, diagonal etwas an unserem Aussehen zu ändern, dann merken wir die Schwierigkeit. Oder wenn eine Schrift nicht mehr lesbar ist, weil die Buchstaben verkehrt herum zu sehen sind. Horizontal stimmt alles noch. Der Kopf ist oben und die Beine unten, aber die Seiten sind ausgetauscht.

Mir scheint, dass solche Spiegelbilder uns nachdenklich machen können, überhaupt vorsichtig zu sein mit dem, was wir wahrnehmen. Wir meinen etwas oder jemanden zu kennen und dann geschieht etwas oder wir hören etwas, was überhaupt nicht in unser Bild passt. In der Regel werden wir das erst einmal ignorieren und beiseite schieben, so lange bis wir den Fakten nicht mehr ausweichen können. Wir ändern nicht gern unsere Ansichten, die wir von einem Geschehen oder einer Person haben, zumal wenn wir oft und gern anderen davon erzählt haben, also von der Richtigkeit voll überzeugt waren. Nur sehr starke Persönlichkeiten schaffen es, dies zuzugeben.

Immer wieder gilt es zu fragen: Sehe ich das, was da ist oder ist es in Wirklichkeit doch ganz anders? „Irren ist menschlich“, sagt das Sprichwort. Es ist keine Schande. Wenn es aber um Menschen geht, mit denen mich eine Beziehung verbindet, dann geht es um mehr. Ich verliere mehr als nur eine Ansicht, in der Regel das Vertrauen. Aber muss das sein? Ich könnte mich ja auch einfach nur wundern und staunen, wie viel komplizierter dieser Mensch ist, als er oder sie mir bisher erschien, was alles in ihm/ in ihr steckt, was ich bisher noch nicht zur Kenntnis genommen habe, also die Sache betrachten, wie ein Wissenschaftler, der sich freut, eine neue Entdeckung gemacht zu haben.

Vertrauen zu unserem Schöpfer ist da sehr hilfreich, vor allem, wenn es um Konflikte geht und darum, „dem Frieden nachzujagen“, wozu uns die Jahreslosung 2019 auffordert. 


Ihre Pastorin Katharina Dang

 

 

 

 

 

Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.

1. Johannesbrief  4,16

Monatsspruch für August 2018

Dieser Spruch wird oft von den KonfirmandInnnen zu ihrer Konfirmation, von Eheleuten für ihre Trauung, von Hinterbliebenen für ihre heimgegangenen Angehörigen ausgewählt. Allen denen und auch uns in den wichtigen Lebensübergängen ist Liebe wichtig. Immer wieder versuchen wir, die Liebe zu leben. Manchmal scheitern wir, weil wir merken, dass es schwierig ist, einander Liebe zu schenken. Denn der Alltag bietet uns ja manch ein Gegenteil: wir stoßen auf Erfahrungen und Erlebnisse, die alles andere sind als Liebe. Wir wollen ja einander lieben, aber das gelingt uns sehr schwer: Ist es Liebe, wenn mein verstorbener Angehörige nicht mehr bei mir ist? Ist es Liebe, wenn es Probleme in der Ehe bzw. in der Beziehung gibt, so dass diese zum Scheitern kommt? Ist es Liebe, wenn ich als Jugendlicher meinen Abschluss nicht schaffe oder von meinen Mitschülern schikaniert werde? Ja, wir messen gern mit menschlichen Maßstäben. Wir wollen immer Beweise haben: etwas sehen, hören, spüren, was uns das Gefühl von der vorhandenen Liebe gibt. Dabei stoßen wir auf Grenzen - unsere eigenen und die unserer Mitmenschen - , ganz gleich, wo wir uns befinden. Doch Gottes Liebe ist anders. Seine Liebe ist allumfassend und vollkommen und sie kennt keine Grenzen! Sie kennt keinen Neid, keine Eifersucht, keine Kriege, kein Mobbing, keine Ausgrenzung, keine Diskriminierung, keine Verleumdungen, keine Herabsetzungen, wie wir sie leider viel zu oft erleben. Keiner liebt so grenzenlos und ohne Ansehen der Person wie Gott. Jeder Mensch ist gleich vor ihm und doch einzigartig erschaffen. Gott sorgt sich darum, dass wir seine unendliche Liebe zu uns kommen lassen! Er sorgt sich darum, dass wir zu seiner Art Liebe finden und darin auch bleiben. Eins ist klar: wir sind nicht ein für allemal in der Liebe, auch als Christinnen und Christen nicht. Wir müssen immer wieder darum ringen, in der Liebe zu bleiben. Manchmal dauert es lange, manchmal braucht es zähe Verhandlungen und Auseinandersetzungen - mit Gott, mit dem Nächsten, auch mit uns selbst. Immer wieder hat uns die Angst im Griff. Immer wieder verlieren wir unseren Nächsten aus dem Blick. Immer wieder bleibt unser Vertrauen in die Liebe Gottes wankelmütig. Unsere Liebe ist nie vollkommen: Nicht die zu Gott, nicht die zu unseren Nächsten, nicht einmal die zu uns selbst. Aber wir können uns in die Arme Gottes fallen lassen. Denn er ist die vollkommene Liebe. Und das ist der richtige Platz für uns. Genau da sollten wir auch bleiben wollen.

Mit Segenswünschen, Ihre Swetlana Bossauer

 


 

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

(Hebr 11,1)

Monatsspruch für Mai 2018



Die Empfänger des Hebräerbriefes waren mehrere judenchristliche Gemeinden in Kleinasien, die Paulus gegründet hatte. Ihnen gelten seine Ermahnungen: sie sollen treu im Glauben sein, auch wenn sie Gott und Christus nicht sehen können. Die Treue Gottes gegenüber seinem Volk belegt er, in dem er Menschen aufzählt, die Gott vertrauten, auch wenn ihr Leben nicht leicht war: Noah, der auf ein göttliches Wort hin seine Arche baute - zum Spott für Andere? Und doch zur Rettung seines Hauses! Abraham, der auf Ruf Gottes seine gewohnte Umgebung zurückließ und in ein fremdes Land ging – ein Verrückter? Josef, der durch Neid und Eifersucht seiner Brüder von ihnen in die Sklaverei verkauft wurde – und ihnen doch vergab. Mose, der sein Volk in das gelobte Land führte – trotz Widerstände und Schuldzuweisungen des Volkes. Und schließlich die Propheten, die Jünger Jesu und die Apostel, die das für Viele unbequeme Wort Gottes an die Menschen verkündigten und so ihr Leben aufs Spiel setzten.

Davon gibt es viele Beispiele auch in unserem Alltag. Wo auch immer wir sind, erleben wir Konflikte in den Familien, in Gemeinden, Streit zwischen den Nachbarn, Mobbing am Arbeitsplatz - verbunden mit übler Nachrede, Verachtung, Überheblichkeit, Ausschluss aus der Gemeinschaft auf der einen Seite – Leid und Verzweiflung auf der anderen. Es hat sich nichts geändert - nur die Methoden sind andere geworden. Und doch sollten auch wir in der Hoffnung bleiben, zu der uns der Hebräerbrief aufruft.

Wer im Hebräerbrief weiter liest, wird an die Hoffnung der Wiederkunft Christi erinnert und auch daran, dass sich sein Leben an dem Reich Gottes orientieren soll, der zwar noch nicht und doch schon da ist. Diese Hoffnung und Vertrauen in Gott und Christus kann ihn sicher und frei machen und ihn befähigen, zu erkennen, dass der unsichtbare Gott auch ihm die Kraft geben kann, sein Leben zu gestalten, egal, welche Widerstände aufkommen.

Mit Segensgrüßen Ihre Swetlana Bossauer

 

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Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

(Offenbarung 21,6)

Jahreslosung 2018

 

Das Wort „umsonst“ benutzen wir oft, wenn wir meinen, dass etwas kostenlos ist. Es hat aber auch einen negativen Klang: Alles war vergeblich. Darum werde ich dann immer wieder korrigiert: „Du meinst, es kostet nichts.“ Doch auch dies stimmt nicht. Demjenigen, der mir etwas kostenlos gibt, hat es schon etwas gekostet: Mühe, Arbeit, Material, Zeit... So habe ich im Wörterbuch nachgesehen, was dieses Wort im Griechischen meint. Da steht „unentgeltlich, geschenkweise, umsonst“. Beim Notieren überlege ich: Wie schreibt man unentgeltlich? Mit „d“, weil es von Geld kommt? Aber nein, es kommt von „entgelten“. Aber das Wort „Geld“ kommt doch sicher von „entgelten“? Mit Geld gebe ich dem anderen ein Äquivalent für das, was er mir gegeben hat, und damit sind wir wieder quitt.

Schenken aber ist das Gegenteil davon, auch wenn wir anlässlich von Geburtstagen und Weihnachten überlegen: „Was habe ich beim letzten Mal bekommen?“ und meinen, nun in derselben Größenordnung etwas besorgen zu müssen. Es ist ja gar nicht so leicht, ein Geschenk wirklich als Geschenk anzunehmen, also sich beschenken zu lassen und darin keine Verpflichtung für künftige Zeiten zu sehen.

Auch mit „unverdientermaßen“ oder „ohne Grund“ kann dieses griechische Wort übersetzt werden. Ja, Gott will uns beschenken, obwohl wir es nicht verdient haben und es uns auch gar nicht verdienen können: das Wasser des Lebens/die Taufe, die uns des ewigen Lebens vergewissert, das Gott nicht aufgrund unserer guten Taten für uns vorgesehen hat, sondern weil er uns liebt.

Noch eine dritte Möglichkeit gibt es, das Wort zu übersetzen und zwar „ohne Erfolg“ , „zwecklos“. Damit sind wir wieder bei „umsonst“ und seiner negativen Bedeutung angelangt. Alles, was Gott für uns getan hat und womit er uns beschenkt, könnte zwecklos gewesen sein, wenn wir sein Geschenk nicht annehmen, weil wir meinen, besser ohne ihn durch's Leben zu kommen. Ihre Pastorin Katharina Dang

 


 

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.“ (Kol. 4,6)

Monatslosung für Mai 2017

 

So lautet die Losung, die für den Monat Mai 2017 aus dem Kollosserbrief ausgewählt wurde. In dieser Aufforderung geht es um eine Haltung, die unser ganzes Leben als Getaufte bestimmen soll. Als Christen sind wir vom Evangelium emotional und geistig so berührt worden, dass wir uns nicht in uns selbst zurückziehen dürfen, sondern über unseren Glauben reden sollen.

 Wer glaubt, redet auch über seinen Glauben. Er redet sowohl mit Gott als auch mit anderen Menschen über Gott, der in Jesus Christus zur Welt und damit auch zur Sprache gekommen ist. Unsere Rede soll freundlich sein und damit der Art und Weise entsprechen, wie Gott selbst seine Geschöpfe angesprochen hat und uns immer wieder anspricht. Freundlichkeit im Alltag ist ein kraftvolles Hoffnungszeichen in einer Welt, deren Umgangston von Engstirnigkeit, Hassreden, Oberflächlichkeit und schlechter Laune bestimmt wird. Allerdings allein freundlich miteinander zu kommunizieren, nett zu lächeln oder fromm zu reden nach dem Motto: „Wir haben uns lieb“ reicht nicht! Wir sollen nämlich „mit Salz gewürzt“ reden. Eine gesalzene Rede ist eine gelungene Rede. Eine Rede, die Interesse weckt, weil sie auf Fragen eingeht, die unsere Nächsten und auch wir selbst haben und beantwortet haben wollen. Es geht bei der freundlichen, mit Salz gewürzten Rede also um die Bereitschaft zu einer Rechenschaft vom Glauben und vielleicht auch um die Vergewisserung des eigenen Glaubens. Dafür bedarf es nicht allein rhetorischer Fähigkeiten. Man muss auch gründlich wissen und verstehen, was der Inhalt des Glaubens ist.

Als Gemeinde Christi pflegen wir daher den ständigen Austausch darüber, was wir glauben. Und wir bitten zugleich um Weisheit und Gelingen dafür, das Geheimnis Christi zur Sprache zu bringen. Deshalb lasst uns miteinander in Veranstaltungen und Gesprächskreisen, die es bei uns gibt, über unseren Glauben reden. Ich persönlich lade Sie herzlich im Rahmen einer neuen Gesprächsrunde „Mit Gott und über Gott reden“ dazu ein (siehe Seite 11). Seien Sie herzlich willkommen!

                                                                                                                        Ihre Swetlana Bossauer, Gemeindepädagogin im Pfarrdienst

 

 


 

 

Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!

 

Monatsspruch Februar 2017                                                                   Lukas 10,5

 

Jesus sendet seine Jünger in Zweierteams aus, damit sie den Menschen, auf die sie treffen, sagen: „Das Reich Gottes ist euch nahe.“ Dabei gibt er ihnen Anweisungen: Sie sollen „wie Schafe mitten unter die Wölfe“ gehen. Ohne Schuhe, Gepäck und gar Geld sollen sie sich auf Gott verlassen. Und sie werden auf die Gastfreundschaft der Menschen angewiesen sein, die sie antreffen. Manche werden ihnen nicht zuhören, andere werden ihnen ihre Türen öffnen. Wenn sie ein Haus betreten, sollen sie den freundlichen Friedensgruß sprechen: „Schalom – Friede sei mit dir!“

 

Liebe Gemeinde!

 

Auch uns sendet Jesus aus – jeden Tag aufs Neue. Weil er uns sendet, kommt er darum mit uns an Orte und zu Menschen, in denen er Wohnung nehmen möchte. Es geht darum, dass wir als Jüngerinnen und Jünger die Sendung annehmen und uns auf den Weg machen, wirklich hingehen und Menschen den Frieden Gottes wünschen. Dabei haben wir es natürlich nicht in der Hand, welche Reaktionen unser Friedensgruß hervorrufen wird. Sicher kann man dabei schlechte Erfahrungen machen. Doch den Frieden Gottes für sich zu behalten und den Friedefürsten zu verschweigen, das ist sicher nicht die Lösung.

 

Der Unfriede hat in dieser Welt zugenommen. Fremde haben es oft schwer, friedliche und gastfreundliche Aufnahme zu finden. Das ist nicht zu übersehen. Das Klima in der Welt und um uns herum ist rauer geworden. Gerade deshalb ist es mehr als einen Versuch wert, friedlich auf böse Worte zu reagieren und jene zu segnen, die uns verfluchen. Wenn es dann nicht besser wird, sollten wir uns nicht entmutigen lassen. Denn es gibt sie trotzdem: gastfreundliche Menschen, denen wir den Frieden Gottes wünschen, die uns den Frieden Gottes zusprechen, Frieden, der höher als alle unsere Vernunft ist. Lasst uns einander von Jesus und seinem, Gottes friedvollen Reich erzählen.

 

In diesem Sinne: „Schalom – Friede sei mit Euch!“

 

 

 

Swetlana Bossauer

 

 

                                         


 

 

 

Meine Seele wartet auf den Herrn
mehr als die Wächter auf den Morgen.

 

Monatsspruch Dezember 2016  (Psalm 130,6)

 

 

 

Meine Seele wartet auf den Herrn – was für eine schöne Formulierung. Warten ist aber meistens nichts Gutes. Schon das Wort löst bei mir Ungeduld aus.

 

Die Wächter warten auf den Morgen – ich spüre das Gefühl in mir.

 

In der Nacht Wache halten und auf den Morgen warten, das hat eine ganz andere Dimension, als am Tag auf den Bus zu warten. Da ist Sehnsucht, Angst und manchmal auch Zweifel dabei. Die Zeit vergeht nicht, die Nacht erscheint unendlich. Wird es jemals hell werden?

 

Dann steht in dem Vers noch das Wort „mehr“. Das Warten der Seele auf den Herrn ist intensiver als das Warten der Wächter auf den Morgen.

 

Wir warten ja auch unterschiedlich. Es gibt das Warten bei dem wir wissen, worauf wir warten und wann es ein Ende hat. Ein Beispiel ist da das Warten der Kinder auf Weihnachten. Eine andere Form des Wartens ist die, bei der wir nicht wissen, ob und wann es aufhört. Oder wir wissen auch gar nicht so richtig, was wir am Ende des Wartens erwarten.

 

Doch bei „Meine Seele wartet auf den Herrn“ da hat das Wort „warten“ eine Bedeutung, die viel umfassender ist, als in unserer alltäglichen Sprache. Wir warten nicht auf irgendetwas, sondern auf eine Vollendung.

 

Der Psalm 130 ist ein Bußpsalm. Er beginnt mit den Worten: „Aus der Tiefe rufe ich, Herr zu dir.“ Der Psalmbeter wartet auf die Vergebung seiner Sünden durch Gott. Warten bedeutet hier auch, es kommt nicht nur auf das eigene Handeln an, sondern darauf, dass Gott handeln wird.

 

Am Schluss des Psalms heißt es: „Denn bei dem Herrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm.“

 

Ich wünsche uns, dass wir in dieser Gewissheit leben und auch warten können.

 

 

 

Christa Krösche

 

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Umso fester haben wir das prophetische Wort,
und Ihr tut gut daran,
dass Ihr darauf achtet als auf ein Licht,
das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche
und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.

 

Monatsspruch November  2016  2. Petrusbrief 1,19

 

 

 

Unsere Herzen sind im Dunkel unserer Körper verborgen. Es gibt Zeiten, da ist mein Herz ganz schwer. Es zieht mich nach unten. Dann bestimmen Trauer, Sorgen oder Ängste meine Gedanken. An anderen Tagen hüpft es vor Freude und will sich nicht beruhigen lassen, wenn ich müde bin und eigentlich schlafen möchte. Worte können solche Freude auslösen, eine gute Nachricht, ein liebes Wort, das ganz aus dem Innern eines anderen Herzens kommt. Dann ist so viel Licht in meinem Herzen, dass ich trotz der Dunkelheit im Zimmer nicht „abschalten“ kann. Denn an den Lichtschalter in meinem Herzen komme ich nicht heran, weder zum An- noch zum Ausschalten des Lichts.

 

Ein „prophetisches“ Wort hören wir jedes Jahr am Heiligen Abend: „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell... Denn uns ist ein Kind geboren... und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter...“. Es sind Worte des Propheten Jesaja, gesprochen und aufgeschrieben Jahrhunderte vor der Geburt jenes Kindes, das von seinen Eltern den Namen Jesus erhält. Dieses Prophetenwort wird im Lukas-Evangelium zur Geschichte von den Hirten auf dem Feld vor Bethlehem, die nachts draußen bei ihren Schafen sind und denen ein Bote Gottes erscheint, umgeben vom Lichtglanz Gottes. Seine Nachricht lautet: „Fürchtet euch nicht, denn siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Retter geboren, der Christus, der HERR...“.

 

Im Brief des Petrus wird an Jesu Auferstehung und an seine Verklärung erinnert. Das sei kein klug ausgedachter Mythos, sondern er selbst sei Augenzeuge davon gewesen. Er habe die Stimme gehört, die vom Himmel kam. „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“. Das sei der Grund, warum ihm das prophetische Wort so wichtig geworden und er von der Macht und dem Wiederkommen Jesu Christi fest überzeugt sei. Wir tun gut daran, wenn wir darauf achten als auf ein Licht, das unsere Herzen hell und froh machen will.

 

 

 

Katharina Dang

 

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Wo der Geist des HERRN ist, da ist Freiheit“ (2. Kor. 3,17)
Monatsspruch für Oktober 2016

 

Freiheit ist ein politischer Begriff. Ich bin frei, wenn ich selbst über mich bestimmen kann, über meinen Wohnort, meinen Tageslauf, mein Tun. An all das dachte der Apostel Paulus nicht, als er diesen Satz schrieb.
Für ihn sind wir Christen
frei von Schuld,
frei vom Gesetz, das uns schuldig spricht,
frei vom Tod.
Weil Jesus für mich am Kreuz durch seinen Tod für meine Schuld gebüßt hat, sie mit seinem Blut bezahlt hat, bin ich frei.

Durch Jesus bin ich auch selbst vom Gesetz Gottes frei, dem Gesetz Moses im alten Bund. Ich muss mich daran nicht mehr halten, nur weil es in der Heiligen Schrift steht. Ich bin frei und kann selbst entscheiden, ob es für mich hilfreich ist, mich daran zu orientieren. Entsprechend locker gehen wir Christen so insbesondere mit dem zweiten Gebot, dem Bilderverbot um. Wir verstehen es als Denkanregung, als Orientierung, aber nicht als unbedingt einzuhalten.

Durch Jesus bin ich frei vom Tod, denn er tötet mich nicht, sondern führt mich ins ewige Leben. Ich lebe aus der Gewissheit der Auferstehung Jesu und der Gewissheit, dass er möchte, dass auch wir dahin kommen, wo er seitdem ist.

Nur die Angst vor dem Tod kann uns zu Knechten machen, die Angst Fehler zu machen, die uns das Leben verderben, die Angst, von anderen verurteilt zu werden. Wenn Gottes Geist in unserem Herzen wohnt, hat die Angst darin keinen Platz. Ich spüre die Freude, dass es möglich ist, trotz der täglichen Unfreiheit in unserem Leben frei zu sein.

Und doch: Auch als Christ werde ich immer wieder schuldig. Ich werde sterben. - Und ich werde leben, leben wie Jesus, der Auferstandene. Gottes Liebe zu uns, seinen Geschöpfen, ist das Entscheidende. Möge jeder von uns aus dieser Freiheit leben. 

                                                                                                                                        Pastorin Katharina Dang


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Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte vorübergehen lassen und will vor dir kundtun den Namen des HERRN: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.

Monatsspruch für  Juli  2016 aus 2. Mose 33,19

 

Am Anfang steht die Bitte des Mose an Gott: „Lass mich deine Herrlichkeit sehen!“ Ein vergänglicher Mensch, Gottes Geschöpf, will mitten im Leben Gott sehen. Darf und kann er das? Es gibt die klare Antwort: „Mein Angesicht kannst du nicht sehen.“

Da ist eine Kluft zwischen Gott und Mensch: Auf der einen Seite der sterbliche, mit Schuld beladene Mensch, der nicht mal mit seinem eigenen Leben klar kommt und oft selbst seinen Nächsten in seinen Nöten nicht sieht; auf der anderen Seite Gott: „Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig.“ Nur von Gott her kann diese Kluft überwunden werden. Und sie wird überwunden! An Mose, so heißt es, geht Gottes Herrlichkeit und Gottes Güte vorüber. Gott hält seine Hand über Mose und Mose darf hinter Gott her sehen! Der Mensch kann Gott nicht sehen. In der Enge, in Ängsten, in Not sitzt er nun da, der Mensch. Er kann nur darauf vertrauen, dass Gott seine Hand über ihn hält. Ja, im Nachhinein, im Hinterhersehen können auch wir sein Wirken erkennen und sagen: Da war Gott! Da war Gott am Wirken! Nur so können wir heute von Gott reden, denn wir können und müssen seine Existenz nicht beweisen. Wir können aber erzählen - von dem Wunderbaren, das uns im Leben widerfahren ist. Im dankbaren Rückblick auf Bewahrung in Not, auf Befreiung von den Ängsten, auf Rettung aus der Enge!

Da war eine Kluft zwischen Gott und Mensch, die von Gott her nun überwunden ist. Jesus ist gestorben – für uns - und am dritten Tage auferstanden. Durch Jesu Tod und Auferstehung hat Gott die Bitte des Mose doch in einer gewissen Weise ermöglicht. Wir dürfen Gottes Herrlichkeit, Gottes Gesicht sehen. Diese entdecken wir vorerst in unserem Nächsten, dem wir – Gottes Beispiel folgend – Gnade und Barmherzigkeit zeigen können. Was für eine verantwortungsvolle Aufgabe! Und später - wenn wir vollendet sind - dann werden wir Gottes Angesicht schauen. Ja, dann werden wir seine ganze Herrlichkeit sehen. Was für eine hoffnungsvolle Aussicht!

Ihre Swetlana Bossauer


 

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Oh, wie schwer wiegen doch die eigenen erlittenen Verletzungen und Kränkungen. Tief können die Wunden sein, die andere in unserer Seele hinterlassen. Wie oft erwische ich mich dabei, in Gedanken diesen Menschen zu zürnen. Die Wut und die Trauer lasten auf mir. Wie leicht verführen mich diese Gefühle zu unbedachtem Rufen zu Gott. Im Zorn beklage ich mich über jene, die mir schadeten. Ich ertappe mich dabei, ihnen ebensolches Leid zu wünschen. Wenn ich nun zu Gott im Gebet spreche, ist das Gebet mit Rachegedanken durchsetzt – und das kann nicht gut ausgehen!

 

Wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater euch eure Verfehlungen vergibt.“ (Mk. 11,25) Monatsspruch Februar

 

So spricht Jesus, unser Lehrer, zu uns. Er weiß um die Kraft des Gebetes und um die Fürsorge seines Vaters für uns.

 

Das Gebet stärkt unsere Beziehung zu Gott. Es gibt uns Kraft. Doch wir müssen bedenken, dass unser Gott, unser Vater, ein Gott des Lebens und der Liebe ist – so wie es uns sein Sohn offenbart. Wir sollen in seiner Schöpfung das Leid mindern und nicht mehren. Wir sollen unsere Feinde lieben und ebenso barmherzig sein wie Gott.

 

Ich denke, es gibt kaum eine größere Herausforderung für uns. Das weiß auch Jesus. Er weiß wie schwer es ist, Mensch zu sein. Er kennt unser Leid aber auch unsere Schwäche. Er weiß, dass wir uns unserem Schmerz und der Angst vor neuem Leid nicht ganz entziehen können. So ist der Monats-spruch eine Aufforderung, nicht übereilt und im Zorn zu beten, sondern sich zu besinnen. Wir sollen für uns und unsere Mitmenschen die gleichen Maßstäbe anlegen. Auch dies kostet Kraft. Doch um diese können wir Gott immer bitten. Er wird uns helfen, in seiner Liebe zu bleiben.

 

 

 

Frederik Spiegelberg

 

 

 

 

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Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

Jahreslosung 2016 aus  Jesaja 66,13

 

Wie oft haben Menschen Trost nötig! Weil sie Heimweh haben, sich nach Geborgenheit sehnen, einem Ort, einem vertrauten Menschen, wo sie einfach sein dürfen, wie sie sind.

 

Wie oft geht es uns im Alltag so? Da ist etwas nicht gelungen. Da ist uns die Auseinandersetzung mit dem Kollegen an die Nieren gegangen. Da hat uns der, von dem wir es am wenigsten erwartet hätten, tief verletzt.

 

...wie einen seine Mutter tröstet.“ Gut, wenn die des Trostes Bedürftigen Trost finden! Wie viele mögen ungetröstet bleiben, weil kein Mensch ihre Bedürftigkeit wahrnimmt?

 

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Einer geht nicht achtlos an ihnen / an uns vorbei. Gott sieht die, die es schwer haben - weil ihr Leben anders verläuft, als sie es sich vorgestellt hatten. Ursprüngliche Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Trotz guter Vorsätze hat man sich immer wieder schuldig gemacht. Mit den Menschen, mit denen wir zusammenleben, geht es längst nicht immer einfach und harmonisch zu. Die Sehnsucht, endlich mal zur Ruhe zu kommen, bleibt ungestillt.

 

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Eine Mutter kann ihr Kind nicht überallhin begleiten, ihm nicht alle Steine aus dem Weg räumen, es nicht immer an die Hand nehmen. Wenn sie es lieb hat, wird sie es auch seine eigenen Wege gehen, seine eigenen Erfahrungen und Fehler machen lassen. Aber sie wird an ihr Kind denken, immer ein offenes Haus und Herz, offene Ohren und Arme haben, wenn das Kind - ob klein oder erwachsen - sie braucht. Sie wird da sein mit ihrer Liebe, die nicht einengt, nicht die Luft zum Atmen nimmt, aber auf die Verlass ist. Auf die ihr Kind zu jeder Zeit und mit allem zukommen kann.

 

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Das hat Gott damals seinem Volk verheißen. Er hat die Erfüllung seines Versprechens greifbar gemacht, als er, geboren von einer Frau, in Jesus selbst zu uns gekommen ist. Er lässt es uns spüren - in der Freundin, die die Geduld behält, in dem Nächsten, der unbeirrt für uns betet, in den Tönen der weihnachtlichen Musik, im Aufflackern des Kerzenlichtes, in den Worten, die unser Herz berühren. In jeder Geste, die uns spüren lässt, dass wir geliebt werden, ist Gott uns nahe, auch in der Fähigkeit, dass wir nicht achtlos an denen vorübergehen, die unseres Trostes bedürfen.

 

Gott segne Sie,   Ihre Swetlana Bossauer

 

 

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Jauchzet ihr Himmel und freue dich, Erde!
Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen!
Denn der HERR hat sein Volk getröstet
und erbarmt sich seiner Elenden.
Monatsspruch Dezember Jesaja 49,13

 

 

Jesaja sprach von seinem Volk, den Juden. Rund 2500 Jahre sind diese Worte alt. Sie stehen am Schluss einer Rede des Propheten. Lesen wir sie als Ganze, wird verständlich, warum diese Verse für unsere Advents- und Weihnachtszeit ausgewählt wurden.

 

Im 1. Jahrhundert n. Chr., also mehr als 500 Jahre nachdem diese Worte das erste Mal ausgesprochen und aufgeschrieben wurden, haben Menschen in ihnen Jesus erkannt. Oder anders gesagt, die Worte des Jesaja in den Ohren habend, erkannten sie Jesu Bedeutung nicht nur für sein eigenes Volk, sondern für die ganze Menschheit.

    • Menschen, gefangen in der Angst vor dem Tod wird nun zugerufen: „Kommt ans Licht!“ (Jes. 49,9).

    •  Nicht nur die Elenden unter den Völkern würden Erbarmung erfahren, auch die Könige und Fürsten würden sehen, was geschehen ist und sich vor Jesus niederwerfen.

    • Jesus hatte „einen Mund wie ein scharfes Schwert“ (Jes. 49,2), der die Wahrheit aussprach, ob seinen Zuhörern dies gefiel oder nicht.

    • Der Erlöser Israels, sein Heiliger, wurde tief verachtet (Jes. 49,7).

    • Durch ihn wird die frohe Botschaft Gottes zu allen Völkern gelangen und aus allen Himmelsrichtungen werden die Menschen sich aufmachen, um an diesem Fest teilzuhaben (Jes. 49,6 und 12).

      "Von Mutterleib an ist Jesus zu diesem Werk berufen  (Jes. 49,1 u. 5)

      • Wir sehen in den Worten des Jesaja – Jesus am Kreuz und als Kind, dem die Weisen aus dem Morgenland ihre königlichen Geschenke bringen.

         

        Die Dramatik des Geschehens mündet in einen Jubel, der Himmel und Erde umfasst, die sichtbare und die unsichtbare Welt. Jahrhunderte zerfließen und schließen uns in die Botschaft ein. Angst und Elend sind überwunden. Die Freude, der Jubel bleiben.

         

        Diese Erfahrung wünscht Ihnen

         

        Ihre Pastorin Dr. Katharina Dang

         

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        Erbarmt euch derer, die zweifeln.
        Monatsspruch November Judas 22

         

        Liebe Gemeinde!

         

        Der November ist ein dunkler und trüber Monat. Leicht kommen uns entsprechende Gedanken. Davon kann uns die selbstkritische Beschäftigung mit Vergangenheit und Gegenwart abbringen, wenn wir uns wie in der Friedensdekade auch mit der Zukunft beschäftigen. Themen wie „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ sind aktuell seit vielen Jahren und bieten Gelegenheit, sich zu informieren und zu engagieren. Raus aus dem Grübeln und Klagen und mit anderen zusammen etwas tun, das tut gut gegen Herbstdepressionen.

         

        Im Judasbrief Vers 22 geht es anders als die Übersetzung erwarten lässt, nicht um Barmherzigkeit gegenüber Zweiflern an der Wahrheit des Evangeliums. Judas, der Knecht Christi, wie er sich nennt, hat mit seinem Brief den Kampf mit Leuten aufgenommen, die mit ihrem übermütigen und ausschweifen Leben die Gebote und Normen Jesu ablehnen. Sodom und Gomorrha herrschen in der Gemeinde und so warnt Judas vor dem Gericht Gottes. In dieser Situation ist Streit in der Gemeinde etwas Positives. Mitgefühl haben soll man mit denen, die den Mut haben, die Missstände zur Sprache zu bringen. Seine Feinde sieht er schon im Feuer des göttlichen Gerichts und ruft dazu auf, sie aus diesem Feuer zu retten. Nicht der Untergang seiner Gegner ist also das Ziel, sondern ihre Rettung.

         

        Erbarmen soll man mit ihnen haben, aber so, dass man jede Berührung mit Gegenständen hasst, die in Beziehung zu diesem sündigen und ausschweifenden Leben stehen. Judas, der „Knecht des Herrn“ zieht in seinem kurzen Brief sämtliche Register, die ihm zur Verfügung stehen. Er zitiert nicht nur biblische Bücher, sondern auch Schriften, die zweifelhafte Lehren und Mythen enthalten und deshalb später nicht als heilig anerkannt wurden. Doch diese drei Ermahnungen der Verse 22 und 23 seines Briefes, wie auch seine Betonung von Barmherzigkeit und Liebe können uns auch heute noch stärken. Wir sollen nicht um des lieben Friedens willen dem Streit ausweichen, sondern barmherzig mit unseren Gegnern umgehen, um Gottes Liebe allen Menschen gegenüber zu bezeugen.

         

        Ihre Pastorin Dr. Katharina Dang

         

         

         

         

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        Jesus Christus spricht:
        „Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“

        (Matth. 10,16b)

        Monatsspruch für August 2015

         

        Tiere als Vorbilder für uns Menschen? Wir gebrauchen Tiere viel häufiger, um uns zu beschimpfen: Du dummes Schaf, blöde Kuh, alter Hornochse, Turteltaube, Trampeltier, eitler Pfau... Es gibt kaum ein Tier, das wir nicht nutzen, um einem Menschen Dummheit, Dreck, Eitelkeit, Ungeschick-lichkeit oder gar Bosheit vorzuwerfen.

         

        Die Schlange ist seit der Geschichte von Adam und Eva für ihre Hinterlist sprichwörtlich. Umso mehr fällt auf, dass Jesus hier positiv von ihr spricht. Auch im Satz vorher spricht Jesus von Tieren: „Siehe ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.“ Jesus sagt dies zu seinen zwölf Jüngern als er sie auffordert, als seine Gesandte in die Dörfer Israels zu gehen. Es war ein gefährlicher Auftrag. Denn sie sollten nichts mitnehmen, auch kein Geld, um sich im Notfall etwas kaufen zu können. Jesus gab ihnen Macht, Menschen zu heilen, doch damit sollten sie sich kein Geld verdienen, „denn umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es.“ Sie sollten darauf vertrauen, dass „der Arbeiter seiner Speise wert“ sei und ihnen die Menschen in den Dörfern das zum Leben Notwendige geben würden, Nahrung und ein Nachtlager. Auf alle Sicherheiten des Geldes bewusst zu verzichten, dazu gehört Gottvertrauen und Vertrauen zu den Menschen. Nicht alle, denen sie auf ihrer Wanderschaft begegnen würden, werden jedoch dieses Vertrauen verdienen. Manche werden sie wie Bettler davonjagen. Seid klug, aber ohne Falsch, war Jesu Antwort: Seid klug, rechnet mit Ablehnung und Widerstand gegen die gute Botschaft von Gottes Liebe und Schöpferkraft. Seid ohne Falsch. Nutzt keine psycho-logischen Tricks wie die der Werbung, um für Gottes Botschaft offene Ohren und Herzen zu finden.

        Das ist auch heute der Maßstab, an dem wir unsere Arbeit im Namen Jesu messen sollten. Das heißt also nicht an Zahlen von Gottesdienstbesuchern, Gemeindegliedern und ähnlichem den Wert unserer Arbeit zu messen, sondern daran, ob unsere Arbeit im Geiste Jesu geschieht.

        Katharina Dang

         

         

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        Monatsspruch für Juli 2015:   "Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen."


                                                                                                                                                     (Matthäus 5,37)

         

        Der erste Gedanke war: Ach so, hier geht es darum, dass wir nicht so viel drum herum reden sollen, sondern schnell auf den Punkt kommen. Aber man muss doch auch mal weit ausholen dürfen und ganz viel erzählen. Jesus hat uns doch nicht die Länge unserer Gespräche vorgeschrieben. In den Versen vor dem Monatsspruch geht es im Matthäusevangelium um das Schwören. Es gab Diskussionen in den rabbinischen Schulen, welcher Eid verpflichtend ist und von welchem Eid man sich wieder entbinden kann.

        Jesus geht es darum, dass alles Reden ehrlich sein soll. Ist das überhaupt möglich? Sehen wir einmal von solchen Dingen wie Wahlversprechen, Werbung oder offensichtlichen Lügen ab. Bleiben wir beim Umgang miteinander. Wie sieht der Inhalt unseres Redens aus? Ist das „Mäntelchen der christlichen Nächstenliebe“ nicht manchmal zu schnell zur Hand, um auf radikale Ehrlichkeit verzichten zu können? Wollen wir es nicht oft gemütlich haben, auch auf Kosten der Ehrlichkeit? Eine Ausrede hier, eine kleine Notlüge da, und wie von selbst wird es immer mehr? Setzen wir nicht oft ehrliches Reden mit verletzendem Reden gleich? Kann Schweigen auch ehrlich sein?

        Gilt der Anspruch von Jesus auf ehrliches Reden auch für alltägliche Gespräche oder nur für wichtiges Reden? Jede Menge Fragen tun sich auf. Dieser Bibelvers ist aber auch eine Aufforderung, dass wir uns zu entscheiden haben, dass unser Reden eindeutig und für die Anderen verbindlich zu sein hat. So ein Herumeiern belastet die Beziehungen untereinander. Es sind also zwei Themen: ehrlich sein und eindeutige Entscheidungen treffen. Es ist notwendig, dass sich jeder einzelne von uns immer wieder mit diesen Themen auseinandersetzt. Ich möchte uns Mut machen, darüber auch im Gebet mit Gott zu sprechen.

         

        Christa Krösche

         

         

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        Januar – Neubeginn und gute Vorsätze

         

        Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“

        Dieser Satz aus dem Römerbrief 15,7 ist die Losung für das Jahr 2015.

         

        Es ist ein relativ bekannter Bibelvers, der sich gut liest. Eine Zusage, aber auch eine deutliche Ansage an uns. Sich gegenseitig annehmen, sich angenommen fühlen, das ist doch viel mehr als respektiert, akzeptiert oder auch gemocht zu werden. Es ist etwas Umfassendes, ganz Großes. Christus nimmt uns an, so wie wir sind, mit allen unseren Eigenschaften. Da gibt es keine Ausnahme. So sollen nun auch wir einander annehmen. Da ist es mit den weit verbreiteten guten Vorsätzen am Silvesterabend nicht getan. Zumal diese ja oft schon spätestens am 2. Januar nicht einzuhalten sind. Wir sollen einander annehmen „...zu Gottes Lob“. Das heißt nicht irgendwelche Menschen, sondern konkret wir Christen sind gemeint. Macht das die Sache nun leichter? Wir versuchen Jesus nachzufolgen. Dabei werden wir nie vollkommen sein und das müssen wir, Gott sei Dank, auch nicht.

        Auf der einen Seite ist da die Gewissheit, dass Christus uns annimmt. Das ist etwas sehr Schönes. Die andere Seite ist die Aufforderung, die in diesem Vers steckt. Wie gehen wir mit ihr um? Da reicht kein Neubeginn, nur weil im Kalender steht, dass ein neues Jahr anfängt.

        Wir müssen am ersten Teil der Jahreslosung nicht verzweifeln, weil der zweite Teil für uns alle gilt. Dieses einander annehmen ist eine Aufgabe, der wir uns zu stellen haben. Wir können diese Aufgabe nicht allein lösen. Einander annehmen – dafür brauchen wir Menschen uns gegenseitig. Am meisten brauchen wir dafür jedoch Gott. Ihn können wir bitten, dass er uns die Geduld gibt, es mit dem einander Annehmen immer wieder zu versuchen und dass er uns die Zuversicht erhält, dass auch die anderen nicht aufhören mit ihren Bemühungen, uns anzunehmen.

        Ich wünsche uns im Jahr 2015 viele gute Erlebnisse beim einander Annehmen und die Gewissheit, dass wir von Christus angenommen sind. Das sind doch gute Gründe, Gott zu loben.

         

         

        Christa Krösche

         

         

         

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         Zum  Dezember 2014:

         

        Ach lieber Herr, eil zum Gericht! Lass sehn dein herrlich Angesicht,

        das Wesen der Dreifaltigkeit. Das helf uns Gott in Ewigkeit.“ (EG 6,5)

         

        Natürlich freuen wir uns in der Adventszeit auf den immer heller leuchtenden Stern von Bethlehem, der uns zur Krippe Jesu führt, liebe Gemeinde. Aber die Adventszeit weiß noch mehr: Sie weiß um das Ende von allem. Und am Ende von allem hoffen die einen und befürchten die anderen: das Gericht Gottes, die Bewertung des Lebens. „Ach lieber Gott, eil zum Gericht", bittet, ja, fleht das Lied. Wenn Gott um Eile gebeten wird, dann können sich die ja nicht fürchten, die ihn darum bitten. Es gibt also bei vielen Menschen die Hoffnung, Gott möge bald Gericht halten.

        Diese adventliche Hoffnung gibt es, weil viele Menschen Unrecht empfinden. Manche empfinden ihr ganzes Leben als eine einzige Ungerechtigkeit, die an ihnen begangen wurde - von anderen Menschen, von bösen Umständen oder sogar von Gott selbst. Viele Menschen tragen die Empfindung in sich, dass aus ihnen nie das werden konnte, was sie gerne geworden wären. Die Umstände oder andere Menschen waren dagegen. Man hat sie nicht gelassen. Sie konnten nie zeigen und werden, was in ihnen angelegt war. Nur Gott kann all das wieder zurechtbringen. Nur Gott kann das Leben bewerten. Am Ende der Zeit, also dann, wenn Gott will, wird ein Gericht sein. Fürchten müssen das nur Menschen, die sich in ihrem Leben mehr um sich selbst und um ihr Ansehen in der Welt gekümmert haben als um Gott und sein Liebesgebot. Auf das Gericht hoffen dürfen die, die in ihrem Leben Ungerechtigkeit empfunden haben, vielleicht Willkür oder bewussten Schaden, den man ihnen antat. Wir dürfen vor Gott den Mangel ausbreiten, den wir im Leben empfunden haben; wir dürfen Gott selbst sagen, was uns verfehlt erscheint und wo wir uns unschuldig sehen; wir dürfen ihn fragen, warum er uns leiden lässt.

        Auf all das wird Gott reagieren und uns antworten. Wir wissen nur nicht, wie und wann. Wenn Gott kommt, soll er uns liebend finden. Auch in diesem Jahr.

         

        Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen

         

        Ihre Swetlana Bossauer

         

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        Sei getrost und unverzagt, fürchte dich nicht und lasse dich nicht erschrecken!

         

        Monatsspruch September 2014 aus 1. Chronik 22,13

         

         

        Liebe Gemeinde!

         

        Die zwei Chronikbücher vermitteln uns einen Überblick vom Anfang der Menschheit bis zum Ende der babylonischen Gefangenschaft des Volkes Israel. Im Mittelpunkt dieser beiden Bücher steht der Tempel(bau) und damit das religiöse Leben. König David ist derjenige, der den Tempelbau vorbereitet. Er kauft Land und lässt das Baumaterial zusammentragen. Er beauftragt Menschen, die später verschiedene Ämter im Tempel ausführen sollen. Den Tempel bauen soll aber sein Sohn, der zukünftige König Salomo. Im 22. Kapitel bereitet David seinen Sohn auf diese herausfordende Aufgabe vor. Wird Salomo diese Aufgabe bewältigen?

        Ist es nicht in unserem Leben auch so, dass wir unseren Kindern Arbeiten übergeben, von denen wir nicht genau wissen, ob sie diese je erfüllen können, dass wir etwas bauen und dafür auch die Bausubstanz zusammensuchen und unsere Vorstellungen den anderen aufzwingen? Ist es nicht in unserem Leben auch so, dass an uns Erwartungen herangetragen werden, bei denen wir uns überfahren fühlen, oder dass wir uns selbst schwierige Aufgaben auferlegen, die wir auch noch in kürzester Zeit erledigen wollen?

         

        In diesem Jahr haben wir Vieles an unserem „Tempel“ geschafft: die Fenster im Gemeindezentrum wurden erneuert, manche Arbeiten an der Elektrik durchgeführt, die Bepflanzung um das Gemeindezentrum wurde neu angelegt. Schließlich gab es auch eine Grundreinigung im Gemeindezentrum. Wir haben auch Feste gefeiert: das Sommerfest mit der Aufführung eines Musicals und das 25. Jubiläum des Gemeindezentrums. Die Zeitreise wurde unternommen. All das zeigt doch, dass uns unser „Tempel“ als Gebäude wichtig ist. Viel wichtiger ist aber der eigentliche Tempel - die Menschen, die darin wohnen, leben und sich engagieren. Ohne Glauben und Vertrauen auf Gott könnten sie all diese Arbeit nicht schaffen. Auch Salomo geht im festen Glauben und Vertrauen auf Gott an die Arbeit. Zuerst nimmt er sich aber Zeit – er betet zu Gott und bittet ihn um Weisheit.

         

        Auch wir haben die Möglichkeit, weiser zu werden: wir dürfen uns Zeit nehmen, den Sommer genießen, Energie tanken, Gedanken sortieren und neue Ziele für das Kommende setzen. Das gilt für alle Bereiche: für das Private, das Berufliche und auch das Ehrenamtliche. 

         

        Wenn wir jetzt in die Sommerpause gehen dürfen wir diese Worte mitnehmen:

        Sei getrost und unverzagt, fürchte dich nicht und lasse dich nicht erschrecken!

         

        Mit Segenswünschen                            Ihre Swetlana Bossauer

         

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        Jesus Christus spricht: Daran werden alle erkennen,

         

        dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.

         

        Johannes 13,35   - Monatsspruch März 2014

         

        Einander kritisieren und richten, übereinander klatschen und klagen, verleumden und verdammen, das können Viele.

        Aber tragende, duldende, selbstlose Liebe, die kennen nicht Viele.

        Wo sie solche Liebe sehen, werden sie staunen müssen. Wenn sie sich Mühe geben, solche Liebe kennenzulernen, müssen sie nach den

         

        Beweggründen forschen, und dann stoßen sie auf die Liebe Christi, die diese schafft.

        Dann bleibt ihnen nur die Wahl übrig zwischen Hass und Gleichgültigkeit oder rückhaltloser Einsicht, dass so etwas über ihre Kraft geht.

        Daher ist diese selbstlose Liebe der Kinder Gottes untereinander einer der stärksten, standhaftesten und lautesten Beweise für uns Christen; stärker

        als alles logische Denken, standhafter als all die vermeintlich richtigen Prinzipien, lauter als all die eindrucksvollen Worte.

        Was können wir tun, damit die Liebe in unserem Leben noch stärker, standhafter und lauter tönt?

        Wir können diese Liebe bezeugen, indem wir uns gegenseitig annehmen

        und einander vergeben. Wem viel vergeben ist, der liebt viel.

        Jesus ist reich genug, dass jeder von uns gerade so viel Liebe aus ihm schöpfen kann, wie wir in unser kleines Herz aufnehmen können.

         

        O Herr Jesu, erbarme dich über uns. Wir sind arm an Liebe!

        Vergib uns unsere selbstsüchtigen, empfindlichen Regungen

        und pflanze stattdessen starke, treue, reine Liebe in unsere Seelen,

        damit wir von dir zeugen und die Liebe weiter geben können. Amen“

         

        Mit herzlichen Segenswünschen                                               Ihre Swetlana Bossauer

         

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        Zum Monatsspruch für September 2013:

        Seid nicht bekümmert;

        denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.

         Nehemia 8,10

         

        Freude lässt sich nicht erzwingen, wenn Einem nicht nach Freuen ist.

        Doch wenn sie wirklich da ist, dann kann man sie nicht vertreiben.

        Wenn wir uns freuen, dann können wir aufatmen und neuen Mut finden,

        mit all den kleinen und den großen Problemen fertig zu werden.

        Freude braucht immer einen Anlass. Und der sollte möglichst tragfähig sein. Als die Juden traurig waren und weinten, weil ihnen bewusst geworden war, wie sehr sie vom Gesetz Gottes abgewichen waren, rief Nehemia ihnen zu: „Seid nicht bekümmert; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“

        Die Freude über Gott ist wirksamer gegen Angst, Zweifel oder Hoffnungslosigkeit als viele Worte.

         

        Diese „Freude am Herrn" lebt von den Wiederholungen. Darum brauchen wir den Gottesdienst, um über Gott nachzudenken, ihn zu loben für seine Liebe und Barmherzigkeit und ihm zu danken für seine Erlösung und Hilfe. So tanken wir Freude auf für die Zeiten, in denen wir nicht vom Glück verwöhnt werden.

         

        Anlässe, uns zu freuen, haben auch wir.

        Vielen jungen Familien aus unserer Gemeinde ist ein Kind geschenkt worden.

        Mehr als 150 Kinder sind es, die im letzten Jahr in unserer Gemeinde geboren wurden.

        Deshalb wollen wir uns als Gemeinde zusammen mit den Familien freuen.

        Am 25. August werden wir einige dieser Kinder im Gottesdienst taufen.

        Kommen Sie und freuen Sie sich mit.

        Denn die Freude an Gott wird auch Sie stark machen.

        Mit Segenswünschen

        Ihre Swetlana Bossauer

         


         

         

        "Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen."

         Sprüche 31, 8

        Monatsspruch Mai 2013


        Dies sind Worte einer Mutter an ihren Sohn, den König.
        „Gib nicht deine Kraft den Frauen preis; verdirb deinen Wandel nicht bei Königsgelagen.“ Einem Könige zieme es nicht, Wein zu trinken. Er könnte dabei das Gesetz vergessen und die Rechtssache des Elenden verdrehen. So ermahnt seine Mutter ihn: “Öffne deinen Mund für die Witwe; schaffe Recht allen verwaisten Kindern.“ Nur Männer konnten damals vor Gericht auftreten. Frauen und Kinder brauchten jemanden, der sich ihrer annahm. Diese Rolle soll der höchste Richter im Land, der König, übernehmen. Er hat Gerechtigkeit zu garantieren auch für die, die selbst nicht für sich kämpfen können.

        Vertreter des Staates verstehen sich auch heute noch so.
        Das wurde mir deutlich, als wir 2004/05 Foren veranstalteten zum Thema „zu Hause sterben“ und u.a. Polizeivertreter und Gerichtsmediziner sich dazu äußerten. Die Schwächsten in der Gesellschaft sind Kinder und alte Menschen. Darum wird damit gerechnet, dass sie besonders leicht Opfer von Gewalt werden können. Deshalb wird ein Todesfall sehr genau untersucht. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig, ist die Devise.

        Zum Schutz der Schwachen ist der Staat da.
        Die Starken aber müssen in Schranken gehalten werden.
        Für beides wird ein starker und seine Aufgabe ernst nehmender Staat gebraucht – und Mütter, die ihren Söhnen und Töchtern ans Herz legen, worauf es im Leben ankommt: Nicht darauf, Karriere zu machen, große Feste zu feiern, tollen Sex zu haben und das schönste Essen auf dem Tisch zu sehen, sondern darauf zu achten, dass jeder leben kann und genug zum Leben hat, auch die Schwächsten unter uns.


        Pastorin Katharina Dang

         


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        Andacht zum Monatsspruch für April 2013

         

        Wie ihr nun den Herrn Christus Jesus angenommen habt, so lebt auch in ihm und seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und seid reichlich dankbar.
        (Kol. 2, 6-7)

         

        Liebe Gemeinde!

        Glaube gehört in den Alltag. Projekte, wie zum Beispiel das Krippenspiel, sind besondere Zeiten in toller Gemeinschaft, in denen man Gott intensiv erleben kann. Das Ziel solcher Projekte ist, unsere Kinder und Jugendlichen, die daran teilnehmen, für den Alltag als Christ zu rüsten. Wie eine Blume, die im Frühling gepflanzt wird, die ihre Wurzeln schlägt, sollen auch unsere Kindern verwurzelt und gegründet sein. Wenn wir sie fördern – auch wenn manche der Kinder der Meinung sind, sie würden das alles schon kennen -, werden sie in ihrem Glauben gefestigt.

        Mit Dank sehe ich auf das Krippenspiel zurück, das dieses Mal nach Meinung Vieler gut gelungen ist. Es hat uns Spaß gemacht. Wir lachten und diskutierten viel. Wir freuten uns oft und ärgerten uns manchmal, vor allem wegen vorhandener Unverbindlichkeiten. Trotzdem haben wir viel miteinander und voneinander gelernt. Jeder hat sich ein Stück am Predigen und am Beten, am Interpretieren und am Musizieren versucht. Jeder kleine und große Teilnehmer und hoffentlich auch viele der Zuschauer haben Gott erleben können und sind fröhlich nach Hause gegangen.

        Nun ist es gut zu wissen, dass ein Projekt ein Ende hat. Und doch geht es weiter - mit dem „Fest-im-Glauben-Werden“. Denn Glaube - einmal gegründet und verwurzelt - gehört in den Alltag. Mit dem Glauben werden wir nie fertig. Und schon gar nicht mit uns allein. Es bleibt also spannend, denn Gott hat mit unseren Kindern und Jugendlichen und mit uns noch Einiges vor. Dabei sind wir Erwachsene gefragt, ob wir dieses Vorhaben mittragen und ob wir unsere Gaben, Zeit und Kraft einander schenken wollen, wie es uns der Apostel Paulus am Bild des „Leibes Christi“ deutlich macht (1. Kor. 12).

        Ein Projekt hat zwar ein Ende. Doch wir laden herzlich zum Nächsten ein, denn bald beginnen die Proben für das Stück zum Sommerfest.

        Bleiben Sie behütet und fest im Glauben,

        Ihre Swetlana Bossau

         


         


         

        Zum Nachdenken aus dem Gemeindeblatt November 2012 - Januar 2013:



        Liebe Gemeinde,



        14 Jahre lang, gab es Daten, die unter anderem gern zum Heiraten genutzt wurden, angefangen vom 9.9.99 bis nun zum 12.12.12.

        Nun aber werden wir mehr als neun Jahre bis zum 22.2.22 warten müssen, bis wieder ein ähnlich schönes Datum im Kalender steht.

        12 – diese Zahl steht für die 12 Monate, das zwölfmalige Umkreisen des Mondes um die Erde innerhalb eines Sonnenjahres,

        für die 12 Stämme Israels, für die 12 Jünger und die 12 Apostel.

        Sieht man sich das aber jeweils genauer an, achtet also auf die Namen, die genannt werden, sind es oft mehr. 12 heilige Nächte zählt die christliche Tradition zwischen Weihnachten und dem Epiphaniasfest am 6. Januar. Ich rechnete und kam auf 13, zählte ich doch die Heilige Nacht mit. Doch die 12 heiligen Nächte folgen auf die Heilige Nacht wie die Apostel Jesu.

        Sie bilden eine Brücke zwischen dem Weihnachtsfest nach unserem gregorianischen Kalender und dem des julianischen Kalenders, der noch immer in den orthodoxen Kirchen gültig ist. Diese Brücke führt über die bei uns so groß gefeierten Feste Silvester und Neujahr, den Jahreswechsel. Da unsere Jahre nach Christi Geburt gezählt werden, begann das neue Jahr also ursprünglich am 25. Dezember.

        Die mangelnde Verbindung zwischen Jahresbeginn und Monatsbeginn war für Zinsberechnungen und Jahresabschlüsse in der Wirtschaft ein Problem. So wurde in Deutschland lokal unterschiedlich erst im Laufe des 16. Jahrhunderts der Jahresbeginn wie zu Zeiten der Römer auf den 1. Januar gelegt. 1691 erkannte der Papst Innozenz diesen Jahresbeginn an.

        Aus der Rechenerleichterung in der Wirtschaft ist heute für viele ein großes Fest geworden, an dem jeweils eine neue Zahl gefeiert wird.

        Am Brandenburger Tor versammeln sich aus diesem Anlass jährlich eine Million Menschen.

        Die Zahl 2013 wird es also diesmal sein. Wer weiß dabei noch, dass diese Zahl das Jahr 2012 nach Jesu Geburt meint?

        Vielleicht sollten wir die 12 (13) heiligen Nächte wieder feiern, um daran zu erinnern.



        Ihre Pastorin Katharina Dang

         


         

        Monatsspruch September 2012

         

        Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der Herr, und nicht auch ein Gott, der ferne ist.
        Jeremia 23,23

        Beim Lesen der Heiligen Schrift begegnen wir nicht nur dem nahen Gott, sondern auch dem fernen. Nah ist er uns, wenn wir uns bestätigt finden in dem, was wir von ihm denken: Gott ist die Liebe. Er liebt uns. Er schützt uns und will unser Bestes.

        Dem fernen Gott begegnen wir seit etlicher Zeit dienstags abends 18 Uhr im Kirchraum beim Nachdenken über die Geschichten aus dem Buch der Richter. Wir werden weiter von ihm hören, wenn wir demnächst die Geschichten aus den Samuelbüchern hören.

        Gott nimmt uns so an, wie wir sind – mit unseren Stärken und mit unseren Schwächen. Er liebt uns so, wie es der Psychologe R. Funk in seinem Buch beschreibt:



        Wertschätzen und lieben kann man sich und andere nur, wenn man die Schattenseiten, das Schwierige und Kritische bei sich und anderen nicht ausblendet, sondern auch zu akzeptieren, wertzuschätzen, ja zu lieben imstande ist.“
        (Reiner Funk, Der entgrenzte Mensch, Gütersloh 2011, S. 174)



        Gott hat uns mit der Fähigkeit ausgestattet, uns selbst, andere und ihn zu lieben, als er uns ins Leben rief. Dazu gehört auch, uns selbst kritisch sehen zu können und uns trotzdem anzunehmen.

        Gott erwartet von uns, dass wir auch ihn lieben, denn er will in einer lebendigen Beziehung mit uns sein. So zeigt er sich uns auch in einer Weise, die wir zuerst einmal nicht akzeptieren können. Das bringt uns zum Nachdenken, zum Suchen und Fragen und tut so unserer Beziehung zu Gott gut.

        Ihre Pastorin Katharina Dang



         


         

        Andacht zum Monatsspruch für Juni 2012

         

        Im Urlaub saßen wir bei einem guten Mittagessen. Am Tisch unterhielten sich noch andere über den Urlaub. Ein Mann sagte: „Na, das haben wir uns auch verdient!"

        Diese Wendung hat mich stutzig gemacht. Passt in dieses Bild vom Menschen noch hinein, was uns der Apostel Paulus als Monatsspruch für den Juni mit auf den Weg gibt?

        Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ (1. Kor. 15, Vers 10)

        Wenn ich mir alles verdient habe, dann brauche ich keine Gnade, auch keinen Dank mehr. Verführt uns unsere Zeit zu solchen Äußerungen? Immerhin: die Marktwirtschaft kommt für viele Menschen daher wie ein Versprechen. Jeder kann sich selbst als Unternehmen sehen.

        Den Arbeiter und Angestellten vergangener Zeit, der darauf wartet, was man ihm sagt, will keiner mehr.

        Nein, jeder soll Unternehmer seiner selbst werden. Warum?

        Ist man sein eigenes Unternehmen, bleibt man es auch. Selbst, wenn man seine Arbeit verloren hat. Das Ich kann sich ja nicht entlassen.

        Die Geschäftsführung des eigenen Lebens erlischt erst mit diesem selbst. Die frohe Botschaft des Marktes, jeder sei seines Glückes Schmied bedeutet auch, dass jeder an seinem Unglück selbst schuld ist. Und wer Erfolg hat, hat ihn verdient. Das bedeutet, wer keinen hat, hat etwas falsch gemacht. Der Irrtum, dass es ein Genug nicht geben kann, erzeugt den Sog zu ständigem Mehr. Alle, die das verinnerlicht haben, machen sich selbst zu den Hamstern, die im Rad laufen, bis sie fertig sind. Ist es soweit, stößt uns der Markt aus: zu alt, zu krank – eben nicht mehr brauchbar. Ein Wort wie jenes des Apostels Paulus:

        Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ erscheint weltfremd.

        Und doch, für die Gnade sprechen viele gute Gründe. Es sind genau die, die an der Passivität des Menschen orientiert sind. In dieser Passivität lasse ich gelten, dass das Leben selbst ein Geschenk ist. Wer meint, er müsse sich dieses Geschenk verdienen, überfordert sich selbst. Die Erinnerung an die Gnade macht von dieser Selbstüberforderung frei; frei zu einem Leben, das nun auch all das Gute nicht verschweigt, das uns in die Wiege gelegt worden ist. Freilich, aus der Gnade, aus unseren Gaben, aus all dem Guten, müssen wir nun auch etwas machen; aber das Gute selbst, das ist schon da.

        Ich wünsche Ihnen, dass auch Sie es in diesem Sommer entdecken und dann einstimmen können „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“

        Amen

        Mit herzlichen Segenswünschen aus Ihrem Kirchenkreis

        grüßt Sie Ihr Superintendent Hans-Georg Furian

         

        (gekürzt)



         


         

        Gedanken zu unseren Gottesdiensten

        (aus unserem Gemeindeblatt Februar - April 2012 statt einer Andacht zum Monatsspruch)

        Hier dürfen Sie "abschalten".
        Wollen Sie das?
        Brauchen Sie das gerade jetzt?

        Wozu abschalten?

        Sie sind abgeschaltet und brauchen jemanden, der sie braucht und darum wieder Kraft zuführt und "anschaltet"?

        Sie dürfen hier schweigen und sich eine Stunde schenken lassen, in der sie sich nicht "produzieren" müssen.

        Sie dürfen zuhören.

        Sie müssen nicht singen und nicht aufstehen.

        Sie dürfen sitzen bleiben.

        Sie dürfen Ihre Gedanken schweifen lassen, nachdenken, entspannen.

        Sie dürfen sich mitnehmen lassen in die Ewigkeit, in den Himmel und himmlische Worte hören: Gnade, Güte, Liebe, Vertrauen, Treue...

        Sie dürfen einstimmen in den Gesang und ihre Stimme finden, Ihren Rhythmus.

        Sie müssen nicht mitsingen. Sie dürfen es. Wenn es Ihre Töne sind, dann wird es Ihr Bedürfnis sein, einzustimmen in den Gesang der anderen.

        Sie werden spüren: Ich gehöre dazu - auch beim gemeinsamen Schweigen - Händereichen - Stehen um den Altar ...

        Diese Erfahrung wünscht Ihnen

        Ihre Pastorin Katharina Dang



         


         

        Andacht über den Monatsspruch für November 2011
        aus dem Prophetenbuch Nahum 1,7

        aus unserem Gemeindeblatt für die Monate
        Oktober 2011 - Januar 2012



        "Gut ist der Herr, eine feste Burg am Tag der Not.
        Er kennt alle, die Schutz suchen bei ihm."



        „Ein feste Burg ist unser Gott“, - an dieses kraftvolle Lied Martin Luthers denkt man doch zuerst, wenn man diese Verse liest und an die Schlosskirche in Wittenberg, die mit dieser Liedzeile geziert ist.

        Zwei gegensätzliche Bilder verbinde ich mit Burgen. Sie standen früher für Beständigkeit, für Sicherheit und Schutz vor Gefahren. Die Menschen fanden in ihnen Zuflucht. Denn die Burgen galten als uneinnehmbar. Andererseits wurden die Burgen als ein enges, machtvolles Gefängnis erlebt, und es ging auch Gefahr von ihnen aus.

        Heute machen Burgen als Museen mit Mittelaltermarkt und sonstigem auf sich aufmerksam. Die bergenden Schutzorte und Zufluchtsstätten für Zeiten in Not sind andere: Kirchenasyl, Frauenhäuser; Jugendnotdienste ...

        Bedrohliche Burgen sind heute Gefängnisse, Kasernen, u.a. ...

        Ein Prophet des 7. Jahrhunderts v. Chr., ein echter Nahum (= hebr. Tröster) macht seinem Namen alle Ehre. Er tröstet das Volk und verkündigt Gottes Worte: „Ninive - die Hauptstadt Assyriens - wird untergehen und ihr werdet befreit werden“. Im Jahr 612 v. Chr. fällt die Stadt - wie angekündigt - ihren Gegnern in die Hände. Dabei ging es Nahum bei seiner Verkündigung, kurz vor dem Fall der Stadt, nicht um Hass gegen andere Völker. Er stellt fest, dass das Volk Gottes bedrückt und in Not ist: „Ihr werdet gerettet aus eurer Not ...“ Wenn Nahum für Gott das Bild einer Burg gebraucht, dann hat er die vor Gefahr schützende, Sicherheit und Geborgenheit bietende Burg vor Augen, eine Burg, die Ängste wegnimmt, eine Burg, die Freiheit schenkt.

        Auch unsere Kirchengemeinde – das Gemeindezentrum als Gebäude, und die Menschen, die dort aktiv sind - kann ein solcher schützender, befreiender Ort sein. Wir sind offen für Einzelne, für Gruppen, für Religionsgemeinschaften, die bei uns Untermieter sind.

        Besonders sind wir den Kindern gegenüber offen; wir möchten gerne unsere Türen öffnen und Räume bieten. Ihre Kinder dürfen kommen und hier verweilen, Angebote wahrnehmen, sich in Gemeinschaft und spielerisch über das Christentum informieren. Sie können in und mit der Gemeinde leben und an der Gemeinde mitbauen. „Komm und bau' mit an Deiner Kirche“, so heißt das Projekt, welches am 30. Oktober im Gottesdienst zur Tauferinnerung eröffnet worden ist und bis zum Ende des Schuljahres 11/12 laufen wird. Es wird Angebote geben, die für das eine oder andere Kind attraktiv sein werden. Und wer weiß: Vielleicht werden Ihre Kinder, die sich eingeladen fühlen und manch ein Angebot wahrnehmen, einst sagen:

        „Für mich war damals meine Kirchengemeinde eine feste Burg. Und es war eine gute Burg.“

        Mit Segenswünschen

        Ihre Swetlana Bossauer,
        Ordinierte Gemeindepädagogin im Entsendungsdienst



         


         

        "Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz."



        Andacht zum Monatsspruch für Juli 2011
        aus dem Matthäusevangelium 6, 21:

        aus unserem Gemeindeblatt für die Monate
        Juni-September 2011



        Ich habe einen Schatz gefunden und er trägt deinen Namen...", ertönt liebevoll die sanfte Stimme von Steffi Kloß - der Sängerin von "Silbermond".!

        Ja, wir Menschen sind auf der Suche nach unseren Schätzen. Es können Dinge und Menschen um uns herum sein: ein neues Auto, Geld, Vergnügung, Freunde oder ein besonderer Mensch. Vieles schließen wir so richtig in unser Herz - das Herz ist ja im übertragenen Sinne der Sitz unserer Zuneigung zu Menschen und Dingen. Ich finde, dass es so in Ordnung ist, denn unser Herz braucht so etwas auch: Dinge und Menschen, die uns wichtig sind und mit denen wir leben können.!

        Nötig ist es jedoch, zu überlegen, woran man sein Herz zuerst hängt oder wem man es schenkt. Von dem waisen König Salomo ist der Ratschlag überliefert:

        "Mehr als alles behüte dein Herz, denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens."

        Nach und nach wird das, was uns am wichtigsten ist, das Leben bestimmen. Und wie schlimm ist es, wenn man verliert, woran man doch sehr hängt: das neue Auto ist nach einem Unfall gar nicht mehr zu gebrauchen; der lang ersehnte Urlaub entpuppt sich als ein Reinfall; der geliebte Mensch enttäuscht. Mit einem Mal kann dann alles sinnlos und leer sein. Wie schade, dass alles, wonach wir streben, irgendwie vergänglich ist.

        ALLES?

        Nein, da gibt es jemanden, an den wir uns halten können, der immer derselbe ist. Der uns nie enttäuschen wird und der uns immer treu zur Seite steht. Er ist derselbe - gestern, heute und in Ewigkeit. Er hat versprochen, dass er sich um uns kümmern will. An ihn sollten wir unser Herz zuerst hängen. Er ist unser Schatz, der den Namen Jesus trägt - ein Schatz, nach dem wir zuerst suchen sollten. Er hat uns längst gefunden und will uns alles geben, was wir zum Leben brauchen.

        "Du bist das Beste, was mir je passiert ist, es tut so gut, wie du mich liebst...", höre ich Steffi Kloß den Refrain singen.

        Hören Sie mal hinein!
        Mit österlichen Segenswünschen

        Ihre Swetlana Bossauer,
        Ordinierte Gemeindepädagogin im Entsendungsdienst

         


         

        Andacht zum Monatsspruch für Dezember 2010

        aus unserem Gemeindeblatt für die Monate
        November 2010 bis Januar 2011

        Liebe Gemeinde!
        Während meiner Ausbildung und bis heute höre ich immer wieder:
        "Die kirchliche Sprache versteht heutzutage kein Mensch mehr. Man sollte etwas sprachfähiger werden, damit jeder Mensch die Frohe Botschaft versteht."

        Wenn Johannes der Täufer zur Buße aufruft, dann sagt er bei Matthäus zu den Menschen: "Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe." (Matthäus 3,2)
        Und Menschen kommen zu ihm, um sich taufen zu lassen - sogar die Pharisäer und Sadduzäer, die Vertreter der zu der Zeit führenden religiösen Gruppen des Judentums. Sie kehren um, weil sie verstehen, was gemeint ist.

        Umkehren – was heißt das eigentlich heute für uns?

        Heißt es: Ich soll mich ändern?

        Ich denke, es heißt: sich Zeit nehmen fürs Nachdenken über meine Beziehung zu Gott und zu den Menschen um mich herum. Sonst kann das Weitermachen in den Untergang führen.
        Das war auch Anliegen des Johannes, dass die Menschen nachdenken, Buße tun, einen neuen Weg einschlagen - mit Gott, in und mit seinem Himmelreich.
        Und das Himmelreich? Jesus ist derjenige, der das Himmelreich Gottes zu uns gebracht hat und bringen wird.
        Vor Kurzem habe ich eine neue - modernere Übersetzung der Bibel für mich entdeckt - in der Jugendsprache formuliert. "Volx Bibel" - so heißt sie.
        An manchen Stellen nun ganz „krass“ und in der heutigen Jugendsprache geschrieben, an anderen hätte ich mir für solch eine Übersetzung noch mehr gewünscht.
        Lebt nicht weiter so wie bisher! Rennt nicht in euren Untergang. Schlagt einen neuen Weg ein, denn jetzt geht’s ab! Gott wird bald das Sagen haben!
        So lautet nun unser Monatsspruch aus dieser Übersetzung - wenn das nicht verständlich ist!

        Liebe Gemeinde!
        Jetzt kommt die dunkle Herbstzeit - das Ende des Kirchenjahres - auf uns zu. Es ist genau die Zeit, in der wir uns Gedanken über den bisherigen Weg machen dürfen: den persönlichen, familiären oder beruflichen, oder den des Landes, in dem wir leben oder gar den der Welt. Und über Gott, der in der Welt und bei uns ist, der von uns fordert, dass wir uns ändern, der uns diese Gabe der Veränderung auch schenkt und der uns unsere immer wieder neu eingeschlagenen Wege gestattet.
        All das macht er uns sichtbar, indem er uns seinen Sohn schenkt. Die Kinder und Jugendlichen werden es auch in diesem Jahr durch ihr Krippenspiel zeigen.

        Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Nachdenkzeit
        und dann auch Frohe Weihnachten!

        Ihre Swetlana Bossauer,
        Ordinierte Gemeindepädagogin im Entsendungsdienst



         


         

        Andacht aus unserem Gemeindeblatt

        für die Monate Juni bis September 2010

        "Wo kämen wir hin, wenn alle sagten,wo kämen wir hin
        und niemand ginge,
        um einmal zu schauen,
        wohin man käme,
        wenn man ginge."

        Kurt Marti

        In der Abschlussandacht unseres Sommerfestes erhielt jeder eine Postkarte (1) auf der geöffnete Türen in einem alten Gebäude zu sehen waren. Darauf stehen diese Worte von Kurt Marti, dem bekannten Dichter und Theologen. Diese Karte gefällt uns so gut, dass wir sie auch für die Andacht am Begegnungstag für Aussiedler und Einheimische verwenden wollen.

        "Eine offene Tür für Dich" war das Motto unseres Sommerfestes und der letzte Satz aus dem Kindermusical "Vom verlorenen Sohn", das unsere Kinder und Jugendlichen so wunderbar aufgeführt haben.

        "Vertraut den neuen Wegen" wird über dem 18. September 2010 stehen, an dem in unserem Hause viele Gäste erwartet werden. Nur wo es offene Türen gibt, sind auch neue Wege möglich.

        Auch der Monatsspruch für Oktober spricht davon:

        "Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen", spricht Gott, der HERR.
        Offenbarung 3,8

        Damit ist die Tür am Ende eines Lebens gemeint, die Tür zum ewigen Leben, zum Reich Gottes. Es ist eine Tür, die eigentlich für uns nicht existiert. Aber Gott hat diese Tür gegeben und uns damit einen Weg eröffnet, den uns niemand mehr versperren kann.

        Meine allererste Beerdigung habe ich über diesen Spruch gehalten. Es war die Losung des Sterbetages einer über 90-Jährigen, die keinerlei Verwandte mehr hatte. Aber in der Gemeinde war sie bekannt und Menschen aus der Gemeinde begleiteten ihren letzten Weg.

        Nicht nur im Tode gibt es noch einen Weg für uns, sondern auch ganz viele Wege im Leben, die wir noch nicht ausprobiert haben.
        Da bin ich sicher.

        Ihre Pastorin Katharina Dang
        (1) Karte 2487 vom Kawohl-Verlag, 46485 Wesel, Textrechte Kurt Marti